USA 2018 - 26.09.2018 Willis Creek, Bull Valley Gorge and Cottonwood Rd


Nach einer extrem kalten Nacht, 5 Grad, auf dem Kodachrome Campground, gehen wir nur schnell unsere Zähneputzen und machen uns mit eingeschalteter Heizung auf nach Tropic, dem nächst gelegendem Ort mit einigermaßen Zivilisation. Wir nehmen hier ein kleines Frühstück und Cafe und beratschlagen die Pläne für den Tag. Nachdem wir wieder warm und bei Kräften waren, entschließen wir uns den Willis Creek und den Bull Valley George anzuschauen, beides Slot Canyons.


Vor dem Cafe in Tropic


Willis Creek:


















Wir laufen ca. 1h im Willis Creek entlang, wirklich sehr beeindruckend diese vom Wasser geschaffenen Felsformationen. Und eine sehr geile Fotolocation. 

Danach fahren wir die Gravel Road noch ca. 2 Milen bis zum zum Bull Valley George. Der Bull Valley George ist ein Slot Canyon der bis zu 40 Meter tief ist. Um hier reinzukommen braucht man schon eine entsprechende technische Ausrüstung, also bleiben wir oben und gehen ein Stück an der Kante entlang. Anfang der 50iger Jahre sind hier 3 Junge Männer mut ihrem Truck tötlich verunglückt, als beim überqueren der Brücke von der Straße abgekommen sind. Die Bergung der Leichen soll unheimlich schwierig gewesen sein. Das Autowrack soll man angeblich noch sehen können, aber unter der Brücke war für uns nur Geröll sichtbar, welcher das Wrack wahrscheinlich inzwischen beraben hat. 

Bull Valley Gorge 










Danach geht’s die Cottonwood Canyon Road gen Süden



Wir machen einen Stopp am Grosvenor Arch ... gibt leider kein Foto, weil wir beide unser Handy im Auto vergessen haben 😅

Die Nacht verbringen wir am Lonerock CPG mit Lagerfeuer 🔥 Romantik und Whisky 🥃 und einem traumhaften Sonnenuntergang 

















Gute Nacht 😴 

USA 2018 - 24.09.2018 Grand Staircase Escalante - Coyote Gulch

Schon wieder länger nichts gehört, ich weiß, ich weiß, aber irgendwie ist hier in der Ecke von Escalante auch eine schlechte Netzabdeckung. Aber jetzt holen wir auf🤪

Zunächst noch schnell erklärt was der Unterschied zwischen einem Canyon und einem Gulch ist, der Canyon ist breiter als er tief ist und der Gulch oder die Gulch, zu deutsch auch Schlucht, ist tiefer als sie breit ist. So jetzt wisst ihr bescheid!

Wir sind dann heute nach der Nacht im Jacob Lake Inn, also in einem richtigem Bett und frisch geduscht aufgebrochen im Richtung Escalante. 







Zum Frühstücken und auch um den Kontakt nach Hause via FaceTime und WhatsApp zu haben, machen wir in Kanab in einem kleinen Cafe, dem Jakey Leights Café, Zwischenstopp. 





Hier kömnen wir etzt endlich auch unseren Bericht vom Grand Canyon online stellen. 



Dieser Chevi stand vor dem Cafe.😎

Schon dreimal vorbei gefahren machem wir jetzt doch noch einen kurzen Abstechen zu den Coral Sand Dunes, der Weg hierher ist praktisch ein Beipass zur eigentlichen Strecke, nur ein paar Meilen Umweg. Ist ganz nett, aber kein Muss.








Um ca 15:30 Uhr erreichen wir Escalante. Die Fahrt dort war recht abwechslungsreich. 
Im Gegensatz zu unserer bisherigen Reisezeit von Ende Juni bis Anfang August, wo alles sehr kark und ausgedörrt war, finden wir diesmal viel grün und blühendes vor. Die zweite Hälfte des Septembers stellt sich als eine gute Reisezeit herraus. 





In Escalante erkundigen wir uns im Visitor Center erstmal mach den Wetterverhältnissen für die nächsten Tage, denn auch hier erfolgt die Zufahrt wieder über eine Dirt Road, welche bei Regen nicht befahrbar sind. Aber wir bekommen grünes Licht, es sind keine Regenfälle oder Thunderstorms zuerwarten. Wir fragen den Ranger im Visitor Center auch gleich noch, ob es denn wie in den einschlägigen Internetforen beschrieben, wirklich erforderlich ist, ein Seil benötigt, um in den Gulch herab zu steigen, er verneint dieses eigentlich. Da wir uns der Sache eigentlich immer noch nicht ganz sicher sind, erkundigen wir uns noch bei den beiden ortsansässigen Outdoor Shops nach einer Leihmöglichkeit eines solchen Kletterseils, aber ohne Erfolg. Scheiß egal sagen wir uns und machen uns weiter auf den Weg. 

Unser Plan ist es bis zum Trailhead zu fahren, dort zu campen und am Morgen dann los zu marschieren. 

Für sie Fahrt zum Trailhead sind ca. 2h veranschlagt, ca. 36 milen, dirt road oder auch gravel road genannt - da gibt mal wieder Fahrspaß 😉

Wir machen noch einen kurzen Fotostopp am Devils Garden, seht selbst...












Die Strecke zieht sich ganz schön hin, und mit dem Fahrspaß ist dann auf die Dauer auch vorbei, nach wirklich 2h, also gegen sechs erreichen wir gut durch geschüttelt den Trailhead. Besonders die letzten vier Meilen, man von der Hole in Rock Road auf die 40 Mile Ridge Rd abbiegt, hatten es nochmal in sich. 

Egal, der Ausblick im Abendlicht entschädigt für alles. Es stehen zwar noch zwei Autos 🚗 🚙 am Trailhead, aber die Innsassen sind back contry unterwegs, so dass wir wieder für uns sind👍😊. 


Das ist die Anfahrtspiste...





Zum Abendessen gibt’s ein ⭐️ ⭐️ ⭐️ Menü der besten Ehefrau der Welt ... Tim Mälzer reif😉



Den Abend haben wir bei dem ein oder anderen Pilschen noch recht lange genossen...


USA 2018 - Zwischenmeldung

ACHTUNG!!!
Die letzten 5 Tage sind jetzt online, jedoch sind die Daten durcheinander, d.h. ihr müsst auf das Datum achten.

Wir werden heute weiter fahren ins Grand Staircase National Monument... einige Wanderungen warten noch auf uns ✊👍

Beste Grüße aus Kanab ... WLAN 5g ... sei dank und auch in meine Telefonkarte ist das Leben zurückgekehrt 🤪

USA 2018 - 22.09.2018 Rim2Rim, Indian Garden

04:20, der Wecker klingelt, ein fantastischer Sternenhimmel auf dem Bright Angel Campground. 

Wie gehabt, das Getaffel zusammen gepackt und um 05:11 sind wir auf dem Trail. Heute geht es wieder bergauf, 400 Höhenmeter und ca. 7,6km. Wie üblich machen wir unsere stündlichen Pausen. Das erste Stück geht direkt am Colorado entlang. Es ist zwar noch sehr dunkel, doch die schemenhaften Umrisse und das Rauschen der Stromschnellen lassen erahnen, wie gewaltig der Colorado River ist. 
Trotz massiven Anstiegs lief es heute wirklich gut. Anfangs hatte es der Weg ganz schön in sich, Geröll, Sand und hohe Stufen und das alles im Dunkeln mit Kopflampe zu laufen war schon nicht ohne. Mulikacke war unser ständiger Begleiter und immer wieder fragen wir uns, wie wohl die Mulis diese Strecke überhaupt bewältigen können 🙄
Die ganze Szenerie lässt eigentlich jeden Moment John Wayne hinter jeder Ecke vermuten. Wild wild west halt...










Der nächste Abschnitt war deutlich anstrengender, es ging über diverse Switchbacks (Serpentinen) richtig strong berghoch ⛰. 
Dieser Abschnitt heißt daher nicht umsonst Devils Corkscrew :-))

Fast oben angekommen begrüst uns ein stattlicher Bighorn Sheep Bock. Sehr anmutig und überhaupt kein Zeichen der Angst, Mountain chief 😎





Weiter des Weges bekommen wir auch noch unsere erste lebendige Schlage zu sehen, eine Schwarz-weiß geringelte.
Sie war zwar nicht sehr groß, zischelte aber irgendwie mit der Schwanzspitze und hielt den Kopf hoch... sah etwas angriffslustig aus, handelte sich wohl aber um eine ungiftige Gopher Snake...aber ein bisschen mulmig war einem schon.

Völlig obskur zeigt sich das nächste und letzte Teilstück, eine grüne Oase, fast wir im Dschungel.








Und ganz plötzlich wie aus dem Nichts ein Schild auf dem steht Indian Garden Campground welcomes you 🤩 nach 3 Stunden am Ziel shakka 💪🏽







Wir hatten dann fast den ganzen Weg schatten, da lohnt sich doch das frühe Aufstehen😊. 

Die Campsites sind noch fast alle frei und wir nehmen gleich die 1. im Schatten... Zelt aufbauen und erstmal power nap.

Nach dem Power nap geht es gegen Nachmittag nochmal zum Plateau Point, einem 2,4km oneway zu einem Aussichtspunkt direkt am Canyon Rand...













Gegen 17:30 sind wir zurück am Zelt und brutzeln uns noch eine 5 Minutenterrine aus Quinoa und Pilzen, danach das bereits eingespielte Scenario, Geraffel zusammen packen und ab ins Bett. 




USA 2018 - 23.09. Rim2Rim Hike out

Der heutige Tag wird nur bergauf gehen, und zwar ziemlich exakt in 3 Abschnitten von je 2,4 km und insgesamt 900hm... um unbedingt die Sonne zu meiden klingelt unser Wecker ⏰ daher heute schon um 4:00h - mittlerweile haben wir Übung darin, unser Zelt ⛺️ im Dunkeln abzubauen 😜

Unser Gepäck haben wir etwas optimiert, d.h. überflüssige Nahrungsmittel im Plumsklo entsorgt und den Wasservorrat auf die 3 Liter in unserer Trinkblase beschränkt. 

Nachdem wir gefrühstückt und alles zusammengepackt haben, sind wir um 4:37 h auf dem Trail. Hier unten ist es verdammt heiß und hinzu noch die Anstrengung, kommen wir gleich mal ordentlich auf Temperatur. Wir sind erst ein paar Minuten unterwegs, da sehen wir unseren 1. Skorpion 🦂 im Schein unserer Kopflampen.

Schritt für Schritt bergan,!zeitweise extrem steil und unter miesesten Trailbedingungen. Das verwundert allerdings nicht, da hier ja auch täglich die Mulis rauf- und runterzuckeln... Eigentlich unfassbar, dass das überhaupt funktioniert 😳 Hier werden die Touristen echt auf Mulis runter in den Canyon gebracht. Es gibt verschiedene Touren - eines haben aber alle gemeinsam, sie sind echt heavy. Erst gestern musste eine Frau vom Indian Garden mit dem Heli rausgeflogen werden, nachdem sie auf den Muli nen Hitzschlag erlitten hat. Was diese Bergung gekostet hat, möchte ich nicht wissen. Man munkelt weit in die Zehntausende?! In sengender Hitze mehrere Stunden auf dem Rücken eines Mulis 😳 Aufgrund dieses Vorfalls musste sich der Rest der Truppe jedenfalls erstmal ordentlich mit Hilfe eines Schlauches nass machen, bevor es mit einiger Verzögerung dann weiterging. 

Unser 1. Ziel ist das 3 Mile Resthouse, welches wir um 5:40h erreichen... Marina is totally Done und hat Kreislauf, berappelt sich aber zum Glück zügig wieder. Die Kopflampen könnten wir bereits im Rucksack verstauen und nach einem Cliffbar und mehrere Schluck Wasser später geht’s weiter. 

Die Aussicht ist auch hier wieder wunderschön und das Gefühl, es fast geschafft zu haben, entschädigt für die Strapazen... bis zum 1.5 Mile Resthouse haben wir jetzt auch quasi ‚nen Run und erreichen dieses um 06:40 💪👍

Nach einer erneuten Pause nehmen wir die letzten 2,4 km in Angriff.

Wir gehen jetzt seit einiger Zeit mit einem Pärchen zusammen, mal überholen sie uns, mal wir sie... Mittlerweile begegnen uns auch immer mehr Tagestouristen... es sind jedoch auch ein paar Throughhiker dabei, mit denen wir kurz ins Gespräch kommen... und wir schrauben uns immer höher ... step by step ... switchback um switchback ...
Auch der Wettergott ist heute gnädig mit uns, denn es weht ein kühler Wind und ist ein wenig bewölkt.

Das letzte Stück hat es nochmal in sich... und wir merken jetzt deutlich unsere Beine. Besonders anstrengend ist es, sich diese extremen Stufen hochzuhieven, das ist gar nicht so einfach, mit nem fetten Bagpack auf dem Rücken 😅 - gar nicht auszudenken, wie anstrengend das ohne Hikingstöcke wäre😝 Die Stufen sind gebaut um bei Regen das Wasser nicht Trail wegspülen zu lassen, das Wasser wird vor oder zwischen zwei Stufen dann den Abhang herrunter geleitet. 

Eine nette Amerikanerin feuert uns an... „ihr habt’s fast geschafft“ ... fast bekommt eine neue Bedeutung und könnte auch heißen, nur noch 20 switchbacks 😬 Trotz allem sind wir doch ein wenig beflügelt, denn jeder Schritt bringt uns dem South Rim ein Stück näher.











Und tatsächlich nach einer weiteren Kehre kann man die South Rim Lodge schon quasi sehen.

Freundlich erkundigt sich eine Rangerin, die am Trail steht, nach unserem Befinden und beglückwünscht uns... Great Job... and Time for breakfast ... oh ja... Frühstück 🍳 

Nach weiteren Kehren erreichen wir den Rim... und fallen uns in die Arme. Dieser Augenblick ist so ergreifend, dass ich glatt ein paar Tränchen vergieße... keine Angst, habe mich gleich wieder gefangen 😊



Grand Canyon Rim2Rim... eine unbeschreibliche Erfahrung, ein grandioses Erlebnis, das sich gar nicht in Bildern festhalten lässt. Alles was wir gesehen und erlebt haben bleibt in unseren Herzen. Und eins ist mir hier wieder bewusst geworden, ich habe den tollsten Mann der Welt! Einen, mit dem man Pferde stehlen kann, herzhaft lachen und auch weinen kann.. ich glaube, er würde mich sogar aus dem Grand Canyon tragen, wenn es seine kaputten Knochen denn zuließen 🤣
 
Um 13:30 fährt unser Shuttle zurück zum North Rim, denn da steht ja noch unser Auto. 

Jetzt aber erstmal richtig Frühstücken. In der Bright Angel Lodge gönnen wir uns ein Burrito Breakfast, Rührei, Bohnen, Avocados und Jalapenos sowie Toast und Kaffee!

Die restliche Zeit verbringen wir mit Kontaktaufnahme zu unseren lieben Kinderchen, in vier Tagen ohne Netz kann schon viel passieren. Aber keine Sorge die beiden Strategen/innen haben alles im Griff. Wir setzen uns noch eine Weile an den Rand des Canyon‘s und lassen den Gedanken freien Lauf. Zum krönenden Abschluss entdecken wir noch zwei Condore auf einem Felsvorsprung, der eine der beiden steht dort mit ausgebreiteten Flügeln, so das ich zuerst dachte, der kann nicht echt sein - unglaublich, leider zu weit weg für ein Handyfoto. 

So dann heißt es Einchecken für die Rückreise zum North Rim. Wir fahren mit Gleichgesinnten in einem doch recht komfortabelem Kleinbus zurück.


Alles sehr nette Leute, u.a. zwei junge Leute aus der Türkei die hier Work&Travel gemacht haben und einen Angestellten von der North Rim Lodge der ein Weekend Trip durch den Grand Canyon gemacht hatte. 

So jetzt freuen wir uns auf eine Dusch und ein anständiges Bett. 


Schottland 2022 25.06. Loch Lomond - Hadrianswall, North Umbrien, England

Ein kleiner Nachtrag von Gestern, wir sind gestern Abend doch noch ein Stückchen des West Highland Way's gelaufen. Die Erinnerung an die...